Die in Deutschland maßgebliche Berechnungsmethode für die Gebäude-Ökobilanz. Definiert die Modulstruktur A1 bis D und überträgt die Grundsätze aus DIN EN ISO 14040/14044 auf das Gesamtsystem Gebäude.
Rohstoffgewinnung (A1), Transport zum Herstellungsort (A2) und die eigentliche Produktherstellung (A3) — meist aus einer produktspezifischen EPD nach DIN EN 15804 abgeleitet.
Heizung, Kühlung, Lüftung, Warmwasser und Hilfsenergie über die 50-Jahres-Betrachtung. In vielen unsanierten Bestandsgebäuden laut Fachliteratur der größte Einzelbeitrag der gesamten Lebenszyklusbilanz.
Erfasst gesondert Netto-Vorteile und -Lasten aus Wiederverwendung, Rückgewinnung und Recycling außerhalb der eigentlichen Systemgrenze A bis C — bewusst getrennt ausgewiesen, damit es schwache operative Werte nicht rechnerisch verdeckt.
Produktspezifische Deklaration nach DIN EN 15804, die die Datenbasis für die Module A1 bis A3 (teils bis A5) einer Gebäudebilanz liefert. Ersetzt allein noch keine vollständige Gebäude-Ökobilanz.
Förder- und Zertifizierungsinstrument des BMWSB, Voraussetzung für bestimmte KfW-Förderungen des klimafreundlichen Neubaus. Vergeben in den Stufen QNG-PLUS und QNG-PREMIUM.
BNB (Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude)
Vom Bund mit der DGNB entwickeltes Bewertungssystem ausschließlich für Bundesgebäude, vergibt die Stufen Gold, Silber und Bronze. Anders als QNG nicht für private Bauvorhaben zugänglich.
Delegierte Verordnung (EU) 2021/2139, die Gebäude als „wirtschaftliche Tätigkeit“ behandelt und ab einer bestimmten Größe die Offenlegung des Lebenszyklus-Treibhauspotenzials verlangt — relevant vor allem bei institutioneller Finanzierung.
Die neugefasste EU-Gebäuderichtlinie (EU) 2024/1275 soll ab 2028/2030 eine Angabe zum Lebenszyklus-Treibhauspotenzial im Energieausweis verlangen — laut Fachberichterstattung, nationale Umsetzung zum Redaktionszeitpunkt offen.